Luftfeuchtigkeitsfühler über 1-Wire



Ein kostengünstiger Luftfeuchtigkeitsfühler inklusive Temperaturmessung kann mit etwas Lötgeschick selbst gebaut werden. 

Hierbei verwendet man den 1-Wire-Chip "DS2438 Battery Smart Monitor", der eigentlich dafür gedacht ist in Handys z. B. die Akkuleistung zu überwachen. Aber der Chip kann an einem seiner Eingänge auch eine Spannung überwachen. Das macht man sich zu Nutze, indem man an diesem Eingang einen Luftfeuchtigkeitssensor anschließt, der in Abhängigkeit der gemessenen Luftfeuchtigkeit seinen Widerstand ändert und somit auch die Spannung am Eingang des Chips verändert. Über eine Formel kann man dann sehr einfach die tatsächliche Luftfeuchtigkeit ausrechnen.



Anwendungsbeispiele

  • Automatische Aktivierung der Ablüfter im Bad beim Duschen

  • Automatische Aktivierung der Dunstabzugshaube in der Küche beim Kochen

  • Regelung der WRL (Wohnraumlüftungsanlage) nach Luftfeuchtigkeit (hier wohl besser: CO2-Sensor nehmen)

Einkaufsliste

  • 1-Wire Chip DS2438 Battery Smart Monitor, ca. 5 EUR

  • Honeywell HIH-4000-02 Feuchtefühler, ca. 25 EUR, erhältlich bei den meisten Elektronikversandhändlern

  • SOIC 8 Platine zum Auflöten des Chips, 0,60 EUR, da etwas schwerer zu finden hier ein Link zu einem Fachhändler: Embedded Channel

Datenblätter:

Datenblatt 1-Wire Chip DS2438 Battery Smart Monitor
Datenblatt Honeywell HIH-4000-02 Feuchtefühler

Zusammenbau:

Beschreibung und Bilder sind der folgenden frei zugänglichen Anleitung entnommen: https://docs.google.com/viewer?url=http://bit.ly/JvRe70&pli=1

Der DS2438 wird auf die SOIC Platine gelötet, damit der sehr kleine Sensor vernünftig verbaut werden kann. Wir nehmen die Platine mit dem eckigen Lötanschluss nach unten (gelber Draht) und den DS mit dem eingestanzten Punkt nach oben rechts. Die Beinchen des DS werden nun auf das Platinenraster gelötet. Möchte man auch Feuchte messen, kann man den Feuchtesensor an die jeweiligen Anschlüsse der SOIC Platine anlöten (siehe Schaltplan).

Nun werden drei Drähte (weiss, gelb, schwarz) von hinten an die entsprechenden Anschlüsse der SOIC Platine gelötet. Als Draht nutze ich 0,75 er Buskabel. Zur Sicherheit sollten nun die Anschlüsse nochmals auf Durchgang geprüft werden. Der Feuchtesensor wird mit der offenen Seite in Richtung dem eingestanzten Punkt des Sensors platziert und an den Anschlüssen 1,4 und 5 festgelötet. Dazu können natürlich auch die Lötaugen der Platine genutzt werden.

Die drei farbigen Drähte entsprechen den Farben am Loxone 1-Wire Modul :

Achtung die Anschlüsse der SOIC Platine sind ggf. um 90° verdreht. Der Schaltplan oben zeigt die Anschlüsse des DS2438 und nicht die der SOIC Platine. Am besten die Platine vorher einmal auf Durchgang prüfen, um zu ermitteln, welches Lötauge auf welchem Anschluss sitzt.

Fertig aufgebaute Platine:



Ergänzung: Hier paar Bilder von meinen Lötarbeiten und der Unterbringung in einem Gira 2-fach Rahmen

ANSCHLUSS UND PROGRAMMIERUNG

Der Sensor wird ganz normal an den 1-Wire-Bus angeschlossen. Wichtig ist, dass er eine 5V-Versorgungspannung, die der 1-Wire-Bus ja auch mitbringt, benötigt. Anschließend wird er über die Suchfunktion im Loxone Miniserver eingerichtet.

Man hat dann folgende Werte aus dem Sensor zur Verfügung:

  • Temperatur

  • Spannung der Versorgung (5V)

  • Spannung am Ausgang des Sensors

Aus diesen 3 Werten lässt sich dann über folgende Formel (aus dem Datenblatt des Sensors) die Relative Luftfeuchtigkeit berechnen:



Zur Berechnung verwendet man den Loxone Formelbaustein. Die entsprechende Formel, die dort eingetragen werden muss, sieht so aus:

(((VAD/VDD)-0,16)/0,0062)/(1,0546-(0,00216*Temp))

VAD liegt am Eingang I1

VDD am Eingang I2

und die Temperatur des DS auf I3



Test mit einem Billig-Feuchtigkeitsmesser einer kleinen Wetterstation:

Installation im Haus

Generell muss der Sensor gut von der (feuchten) Luft umströmt sein, damit er gut und vor allem schnell misst. In normalen Räumen kann man ihn z. B. in einer Leerdose unterhalb der Taster/Schalter platzieren und dann auch gleich eine Temperaturmessung für die Heizungssteuerung. Dazu kann man sich einen Blinddeckel seines Schalterprogramms besorgen und entsprechende Lüftungsbohrungen mit einem Dremel dort hineinbohren (Bild: ganz unten).

Bei hohen Luftfeuchtigkeiten (z. B. beim Duschen) funktioniert diese Messung einwandfrei. Bei eher niedrigen Luftfeuchtigkeiten (Kochen) allerdings nicht, Hier sollte der Sensor direkt z. B. oberhalb des Herdes platziert werden.