Loxone Music Server

Mit Einführung des Loxone Audio Servers am 3. September 2020 wurde die Weiterentwicklung und der Vertrieb es Loxone Music Servers abgekündigt.


Der Loxone Music Server ist ein von Loxone hergestellter PC mit ebenfalls von Loxone entwickelter Multiroom-Audio Software zur Ansteuerung mehrerer verkabelter oder per UPnP ins Netzwerk eingebundener Zonen. Die Anzahl der steuerbaren Zonen ist dabei hardwareabhängig (Anzahl der Audioausgänge) beziehungsweise auch an die Softwarelizenz gebunden (bei UPnP Zonen). Zum Anschluss von Lautsprechern ist zusätzlich ein Mehrkanal-Verstärker erforderlich, der separat erworben werden muss.

Die Anzahl der verwendbaren UPnP-Zonen ist von Loxone eingeschränkt auf die Anzahl der Hardware-Zonen mal 1,5 (z.B. Music Server 4 Zonen = 6 UPnP Zonen).

Der Loxone Music Server ist nicht zu verwechseln mit dem Loxone Music Server by CasaTunes, dessen Vertrieb nach etwa eineinhalb Jahren eingestellt wurde.

Die Steuerung des Loxone Music Servers erfolgt direkt in den Loxone Apps bzw. dem Loxone Webinterface. Die Verbindung des Loxone Music Servers mit dem Loxone Miniserver erfolgt dabei über die normale Netzwerkschnittstelle an das Hausnetzwerk.

Die Infrastruktur der Loxone Multiroom-Audio Lösung geht von einer zentralen Aufstellung des Loxone Music Servers und des Mehrkanalverstärkers aus (z.B. in einem Rack beim Schaltschrank). Alle Lautsprecher werden zentral zum Verstärker verkabelt. Der von Loxone vertriebene Verstärker ist baugleich zum Dayton Audio MA1240a Multi-Zone 12 Channel Amplifier.

Eingänge, Ausgänge und Schnittstellen

  • 4/8/12/16/20 Zonenausgänge (Stereo-Klinkenstecker 3,5mm) abhängig vom Modell
  • Trigger Output (3,5mm Klinkenstecker). Dieser wird verwendet um den zugehörigen Verstärker in den Standby Modus zu versetzen, wenn keine Zone mehr aktiv ist und der Music Server in Standby geht.
  • 5 Line IN-Eingänge (Stereo-Klinkenstecker 3,5mm)
  • Ethernet-Schnittstelle
  • Hauptschalter und 230V~ Netzversorgung

Hardware des Loxone Music Server

Die Hardware soll laut Aussage Loxone längerfristig unverändert bleiben. Stand Jänner 2016 besteht sie aus folgenden, relativ hochwertigen, Komponenten.

  • Motherboard ASUS Z87M-PLUS
  • Soundkarten ASUS Xonar-DSX 7.1 PCIE Audio Card
  • Gehäuse SilverStone MLO4 Milo Series
  • Vergoldete Klinke / Cinch Adapterkabel in der passenden Menge

Lizenzmodell

Jeder Music Server hat zusätzlich zu den vorhanden physischen Zonen (herausgeführt als Stereo Kilnkenstecker) noch weiter 50% zusätzliche virtuelle Netzwerkzonen. Dies bedeutet z.B. das an einem 8 Zonen Server bis zu 8 physische und zusätzlich bis zu 4 reine Netzwerk Zonen (DLNA Geräte) betrieben werden können. Alternativ können 12 DLNA Zonen und 0 physische Zonen (oder beliebige Kombinationen davon) genutzt werden. 

Betriebssystem und Software


Der Loxone Music Server wird Linux-basiert betrieben. Es läuft ein Standard Ubuntu 14.04 LTS 64 Bit Linux auf dem Music Server. Die Software des Music Servers ist nach eigenen Angaben eine Neuentwicklung von Loxone ("das weltweit erste Multiroom Audio System, das von Grund auf neu und zu 100% für den Einsatz im Smart Home entwickelt wurde"). Es ist in der Zwischenzeit jedoch bekannt, dass es sich bei der Musikserver-Software um die Open Source-Software Logitech Media Server handelt. Die Zonen werden von mehreren Squeezelite-Instanzen betrieben, ebenfalls Open Source Software. Daher ist es problemlos möglich, mit Apps für Logitech Media Server zum Loxone Music Server zu verbinden. Als Eigenentwicklung kann bislang die verwendete Schnittstelle zwischen Miniserver und Music Server, sowie weitere Tools im Zusammenhang mit der Softwarepflege, betrachtet werden.

Der Server wird automatisch mit neuen Updates versorgt, wenn er Internet Zugang hat, ein manueller Update ist nicht erforderlich (kann über die Admin-Konsole aber gemacht werden, z.B. um Beta Versionen zu laden). In diesem Fall muss auch die passende Miniserver Beta verwendet werden (acv: lt. meinem aktuellen Setup wird die Loxone Config Beta nicht benötigt, der Music Server kann auch in Beta 1.1.02.10 mit dem aktuellen Release 7.1.12.31 verwendet werden). Zu beachten ist, dass die Updates ausschließlich die Music Server Komponenten betreffen. Das Betriebssystem ist bisher noch nicht mit aktuellen Paketen aktualisiert worden (wird gewöhnlich mit apt-get upgrade oder aptitude upgrade durchgeführt), da der Loxone Mirror unter http://mediaupdate.loxone.com nicht aktuell gehalten wird.

Lizenzen:

Nach Aufforderung im Loxforum weist Loxone mittlerweile vorbildlich auf die Verwendung von unter der Lizenz GPL stehender Software hin. Eine Kopie der Quelltexte, so wie es die GPL verlangt, kann von Loxone postalisch bezogen werden. Die Lizenzbedingungen und die Auflistung verwendeter Opensource-Software findet sich hier: https://www.loxone.com/dede/wp-content/uploads/sites/2/2016/08/license.pdf


Beta Versionen laden

Über die URL http://<LoxoneMusicServer>/beta kann auf den Bata Update Chanel gewechselt werden. Hier findet sich das Change Log und auch die Beschreibung wie das Update durchzuführen ist. Nach dem erfolgreichen laden der Beta Version muss der Loxone Music Server rebootet werden. Der Einsatz von Beta Versionen erfolgt wie üblich auf eigenes Risiko.

Über die URL  http://<LoxoneMusicServer>/release kann man wieder auf die aktuelle Release Version zurück wechseln.

Backup

(Warnung) Der Music Server hat keinen Backup-Mechanismus eingebaut, im Falle eines Platten Crash muss der Music Server eingeschickt werden.

Es empfiehlt sich daher selber regelmäßig einen Clone der Platte zu erstellen. Dazu kann der Music Server angeblich über ein alternatives Betriebssystem auf einem angesteckten USB Stick gebootet werden und dann ein Clone der eingebauten Platte auf eine externe USB Platte gemacht werden. Diese könnte dann im Falle des Falls eingesetzt werden.

  • Music Server Backup erstellen: Kann das jemand im Detail ausprobieren und detailliert beschreiben?

Ein Backup kann man relativ einfach machen. Die Daten sind auf der Platte in der ersten Partition und es genügt diese zu sichern. Dann gibt es noch eine extended Partition die lediglich die SWAP Partition enthält (bei mir war auf dem Music Server zudem die Partitionstabelle korrupt).

Ich habe einen Music Server erfolgreich gesichert und auf eine SSD zurückgespielt. Die Originalplatte liegt bei mir im Schrank, falls etwas Unvorhergesehenes passiert. Dazu habe ich die erste Partition von einem Lifesystem gemounted und komplett getared (ca. 1,3GB) und Dann mit dd den MBR gesichert. Auf die SSD habe ich ein Ubuntu Server 14.4 installiert und danach ein Life System gebootet, die erste Partition gemounted, mein tar drübergebügelt und den MBR (446 Bytes ohne Partitionstabelle) zurückgespielt. Jetzt muss man nur noch die UUIDs in fstab und grub.cfg anpassen und fertig.

Alternativ zur obigen Methode kann man sich Clonezilla auf einen USB Stick installieren und davon booten. Eine extern per USB angeschlossene gleich große oder größe (!!) Platte sollte an das System angeschlossen werden. In Clonezilla angekommen wählt man die device-device Methode aus und im folgenden Menü ist disk_to_local_disk. Anschließend die Source Disk (Music Server Platte) und die Destination Disk (USB Platte) auswählen und den Clone Vorgang starten. Je nach Belegung der Platte kann das etwas dauern. Hat man kaum Musik auf dem Server gespeichert, dauert der Vorgang keine 5 Minuten.
Achtung: Diese Methode funktioniert mit aktuell ausgelieferten Music Servern (Stand: 2018) nicht mehr. Loxone vergibt die Lizenzen anders als früher mittlerweile bereits im Werk und nicht erst beim ersten Boot zuhause, dass heißt die Seriennummer der Festplatte wird werksseitig schon an die Lizenz gekoppelt. Das hat zur Folge dass beim Austausch der Platte die Seriennummer verändert wird und somit eure Musikserver Lizenz ungültig wird, denn die Loxone Dämons prüfen bei jedem Start die verbauten Komponenten wie Mainboard, Mac Adresse der Netzwerkkarte, Festplatten Seriennummer etc. Mit Linuxkenntnissen und etwas Aufwand lässt sich das zwar regeln und läuft auch stabil, ist aber vermutlich nicht 100% updatekompatibel und nicht erlaubt.

Umstellung Loxone Music Server by Casatunes auf Loxone Music Server

Von Loxone wurde mit Release des neuen Loxone Music Servers ein kostenloses Update für Besitzer des Loxone Music Servers (CasaTunes) angekündigt. Ein Update ist verfügbar, es wird auf USB Stick geliefert, es ist allerdings nicht kostenlos!

ACHTUNG: Beim Einspielen diese Updates gehen sämtliche Daten auf der Festplatte verloren. Die Musikdateien am Music Server müssen also vor dem Update gesichert und danach wieder eingespielt werden.

Informationen

  • Produkteinführung am 18. Mai 2015

  • Produkteinstellung am 3. September 2020